Kurdisches Filmfestival Hamburg endet mit Premiere von „Berfîn“

Zum Abschluss des Kurdischen Filmfestivals Hamburg wurde der Guerillafilm „Berfîn“ von Özlem Arzeba gezeigt.

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Anja Flach Hamburg 7 Nov 2019, 11:27

Vom 30. Oktober bis zum 6. November fand das 10. Kurdische Filmfestival Hamburg statt. Die Filmwoche war geprägt von dem Angriffskrieg der Türkei auf Rojava. Am letzten Tag wurde der Guerillafilm „Berfîn“ von Özlem Arzeba gezeigt.

Die Geschichte von Berfîn ist eine wie die von Zehntausenden Mädchen, die in den 1980er und 1990er Jahren in Kurdistan unter der Repression des türkischen Staates groß wurden. Ihr Dorf steht unter Besatzung. Soldaten ermorden ihren Vater, der als Milizionär die Guerilla mit Lebensmitteln versorgt. Als Tochter eines „Terroristen“ ist sie schon als Schülerin im Dorf Unterdrückung und Demütigung ausgesetzt.

Sie fürchtet, dass auch ihre Mutter sie verlässt und genau so kommt es auch. Denn die Mutter wird verhaftet und ist für Berfîn verschwunden. Berfîn entscheidet sich eines Tages selbst, Teil des Befreiungskampfes zu werden und geht in die Berge. Aber auch hier findet sie nicht sofort ihren Platz. Für ihre Genossinnen erscheint sie merkwürdig.

Die Regisseurin Özlem Arzeba wurde 1980 in Êlih (Batman) geboren. Seit 1997 arbeitet sie als Schauspielerin und Drehbuchautorin. Neben dem Schauspiel und Drehbuchschreiben für das Theater interessierte sie sich auch für Literatur und Kino. Die Regisseurin veröffentlichte einen Gedichtband namens „Elîh, die Heimat Allahs“ und gab im Jahr 2003 ihr Schauspieldebüt in „Dema Jin Hezbike“. Im Jahr 2015 drehte sie ihren Film „Wenê“.

Bei „Berfîn“ haben die Schülerinnen und Schüler von Halil Dağ mitgewirkt und es ist auch die Ästhetik seiner Filme, die auf uns wirkt. Halil Dağ (Halil Uysal) war Journalist, Buchautor und Filmemacher und ist am 1. April 2008 bei Zusammenstößen mit dem türkischen Militär in Şirnex (Şırnak) gefallen. Die Schönheit der Berge, Gefechte und der Tod, die Liebe der Menschen bei der Guerilla zueinander werden gezeigt. Anders als bei anderen Filmen über die Berge wird deutlich, dass dieser Film in den Bergen selbst, von den Protagonist*innen dieses Kampfes, begleitet wurde. Denn er ist authentisch, beruht auf einer wahren Geschichte, wie sie zu Tausenden in den Bergen geschrieben wurden. Vielleicht fehlen gerade die Filme, in denen auch Widersprüche dieses Kampfes diskutiert werden, andererseits kennen viele Menschen die Schönheit dieses Kampfes, der genossenschaftlichen Liebe unter den Menschen noch nicht. Berührt hat „Berfîn“ allemal.

Die Schlussworte der Filmtage kamen von Diren Şiyar. Die kurdische Aktivistin wies darauf hin, dass auch Kultur ein Teil des Kampfes ist. Die Filmkommune Rojava mit Sitz in Serekaniyê war gerade dabei, das 5. Internationale Filmfestival Rojava vorzubereiten, als die Stadt von der türkischen Armee besetzt wurde. Die Filmkommune musste deshalb fliehen. Nun ist geplant, am 13. November die Filme aus Rojava an vielen Orten der Welt zu zeigen, wie in London, Russland, Mexiko und auch in Hamburg.

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